Vernetzung vor Abbau – Krankenhäuser im ländlichen Raum

Veröffentlicht am 23.02.2017 in Ortsverein

Annette Sawade und Hilde Mattheis Foto: spd kün

Gut 40 Besucherinnen und Besucher kamen, um sich bei der Fachfrau zu informieren. Die SPD Künzelsau hatte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, die Ulmerin Hilde Mattheis, nach Künzelsau geladen um der Frage nachzugehen: was geschieht mit den Krankenhäusern im ländlichen Raum?

Hilde Mattheis spannte dabei den Bogen und machte deutlich: die Bundesregierung steht zu der flächendeckenden Versorgung, auch zum ländlichem Raum. Alles hängt mit allem zusammen. Und: der Krankenhausstrukturfonds ist nicht als „Schließungsfonds“, sondern dient dazu, Überkapazitäten abzubauen und neue effektive und qualitative Strukturen aufzubauen. Beachten müsse man aber auch, dass die Ausgestaltung der Fördergelder in Landeshoheit liegen.

„Ich finde es ausgesprochen gut, dass jetzt alle Beteiligten miteinander reden und an einem gemeinsamen Konzept feilen und ausarbeiten, wie die medizinische Versorgung in Künzelsau künftig  aussehen kann,“ erklärte die Hohenloher SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade. „Es ist vollkommen berechtigt, wenn die Positionen und Fronten klar gemacht werden. Um voranzukommen muss man jedoch an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten. Ich freue mich, dass dies nun geschieht.“

Mattheis ergänzte: „Gesundheitspolitik ist ein Politikbereich, indem Bund und Land gemeinsam arbeiten müssen. Etwa beim Krankenhausstrukturfonds. Der Bund gibt 500 Millionen, die Länder geben 500 Millionen. Wie die Mittel vor Ort vergeben und unter welchen Maßstäben, entscheiden die Länder. Unsere Vorgabe lautet nur: die Mittel gibt es, wenn neue Konzepte umgesetzt werden, um die Struktur vor Ort zu verändern.“ In diesem Zusammenhang verwies Mattheis auf viele regionale Beispiele. Da die Krankenhauslandschaft zwischen den Bundesländern nicht vergleichbar sei, gebe der Bund in diesem Fall auch keine einheitlichen Vorgaben.

In der folgenden Debatte mit den Bürgerinnen und Bürgern und den beiden Bundestagsabgeordneten wurde klar: den einen richtigen Weg gibt es nicht. Dies müsse immer im Zusammenspiel mit allen Partnern vor Ort geschehen. Die Regionale Planung sei hier von entscheidender Bedeutung. Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin könne nicht vorgeben, wo Krankenhäuser zu stehen hätten. Angesprochen wurde Hilde Mattheis auch zum Konzept der Bürgerversicherung, das die SPD weiter umsetzen will. Nur mit der CDU/CSU war dies in der laufenden Legislaturperiode nicht möglich. Dies sei, so Mattheis, aber ein weiteres abendfüllendes Thema.

Der Künzelsauer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Saknus dankte Hilde Mattheis und Annette Sawade für die Beiträge, deren Unterstützung und fasste zusammen: „Die SPD steht für die wohnortnahe medizinische Versorgung in der Fläche und die Spezialisierung in großen Zentren. Klar wurde: Bevor Lücken entstehen, erhalten auch kleine Krankenhäuser die notwendige Unterstützung. Die Menschen brauchen eine Sicherheit in der Gesundheitsversorgung. Und zum Thema Bürgerversicherung laden wir Hilde Mattheis gerne nochmals ein.“

 

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