Rede zum Haushalt 2019

SPD Fraktionsvorsitzender Martin Probst


©SPD Kün

Rede für die SPD-Fraktion zum Haushalt 2019

am 15.01.2019

Liebe Bürgerinnen und Bürger, sehr geehrter Herr Bürgermeister Neumann, liebe Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, meine Damen und Herren,

  1. Haushaltsplan
    1. Gesamtsituation

Eigentlich steht das Jahr 2019 stadtpolitisch gesehen unter einem guten Stern. Endlich soll Bewegung in die Bebauung des Peka-Areals kommen. Wir vertrauen auf die Zusage von Aktive Group und hoffen, dass möglichst bald mit den Baumaßnahmen begonnen wird. Das Mustang Areal hat einen Investor gefunden, der mit Wohnungen für Studenten und Singles eine interessante und belebende Komponente in unsere Stadt hineinbringen will. Wir erwarten, dass diese Baumaßnahme so umgesetzt wird, dass das Stadtleben neue Impulse bekommt.  Im ehemaligen Veigel-Gelände entsteht ein hoffentlich attraktives Wohngebäude mit stadtnahen Wohnungen. Im Neubaugebiet In Gaisbach kann, so hoffen wir, endlich mit der Erschließung begonnen werden. Hier vor allem fordern wir Engagement von Stadt und Bauträgern, so dass auch bezahlbarer Wohnraum entsteht. In Nagelsberg, so wäre zu wünschen, entstehen im Rahmen der Ortskernsanierung die ersten Projekte und im Bereich des Stadteingangs Süd ist nunmehr mit den Ergebnissen des Architektenwettbewerbs eine Grundlage gelegt, die sowohl für den Neubau des Landratsamts als auch für die Weiterentwicklung von Kaufland gute Zukunftsaussichten gibt. In diesem Zusammenhang zeigt sich zum wiederholten Male, wie wertvoll in städtebaulicher Hinsicht Wettbewerbe sind. Wir gewinnen dadurch wertvolle Alternativen und eine Breite an architektonischen Varianten, die der Stadt guttun. Entsprechend wertvoll ist für die städtebauliche Entwicklung die Einrichtung des Gestaltungsbeirats. Viele Impulse und wertvolle Bewertungen bei geplanten Projekten gewinnen wir durch die Außensicht von Experten in diesem Gremium und wir sind sehr froh, dass der Antrag der SPD-Fraktion 2017 Zustimmung bei Stadtverwaltung und Gemeinderat gefunden hat.

Hoffnung besteht auch im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung nach Schließung des Krankenhauses, obwohl da vieles noch sehr vernebelt und unsicher ist, aber immerhin, erste Konzepte werden erahnbar.

 Das alles könnte sehr hoffnungvoll stimmen. Aber dann erhalten wir vor Weihnachten einen Haushalts-und Wirtschaftsplan in düster schwarzem Einband, der erschrecken lässt. Der Schreck setzt sich fort, wenn man die Gesamtsumme sieht, die als Einnahmen im Verwaltungshaushalt verzeichnet sind. Von 54,6 Millionen 2018 geschrumpft auf 49,5 Millionen 2019, das lässt zusammenzucken. Genauere Lektüre zeigt dann aber, dass genau das eingetreten ist, was lang schon angekündigt war, die Schlüsselzuweisungen nach mangelnder Steuerkraft sind auf 0 gesetzt, nachdem nunmehr die düstere Finanzsituation vor zwei Jahren überwunden ist und der Haushalt der Stadt in ruhigeres Fahrwasser kommt. Allein schon daraus erklären sich Mindereinnahmen von 4,7 Millionen.

Diese den Haushalt belastende Entwicklung setzt sich fort auf der Ausgabenseite. Die Kreisumlage steigt gegenüber 2018 um knapp 3, 5 Millionen, und die Finanzumlage um knapp 3 Millionen, so dass in der Konsequenz die Zuführung zum Vermögenshaushalt nur noch 1,6 Millionen beträgt gegenüber 10,4 Millionen 2018.

Trotzdem können wir optimistisch in die Zukunft blicken, die Rücklagen sind mit prognostizierten knappen 35 Millionen auf einem guten Stand und wenn wir die inneren Darlehen an die Werke dazurechnen, ist die Stadt gut aufgestellt auch im Hinblick auf weitere möglicherweise zu erwartende Gewerbesteuerrückzahlungen, je nachdem, wie die Finanzgerichte entscheiden.

    1. Zum Verwaltungshaushalt
      1. Personalhaushalt

Argwöhnisch beobachtet von allen Fraktionen, auch von uns, werden die Personalkosten. Eine Steigerung von 10% von einem Jahr zum andern und damit ein Anstieg um 900.000 Euro auf insgesamt 9,9 Millionen gibt Anlass zu genauem Hinsehen. In der Klausur im Herbst wurde dieser Anstieg intensiv diskutiert und wir finden keine Möglichkeit, hier Abstriche zu machen.

270.000 Euro, also 3 % sind dem Tarifabschluss geschuldet,

1,5 neue Stellen mit veranschlagten Ausgaben von 85.000 € werden geschaffen für den Gutachterausschuss, der für den ganzen Altkreis Künzelsau tätig werden soll, so dass, so hoffen wir, mittelfristig eine höhere Kostenbeteiligung der anderen Gemeinden im Altkreis erreicht werden kann als die im Haushalt eingeplanten 23.000 Euro.

1 weitere Stelle mit rund 80.000 Euro wird geschaffen für Wirtschaftsförderung. Die beklemmende Situation, dass Künzelsau um seinen Standort heftiger kämpfen muss als in den vergangenen Jahren, ist spätestens mit dem Verlust des Krankenhauses wohl allen klar geworden. Deshalb begrüßen wir die Schaffung dieser Stelle. Wir erwarten, dass sie in vollem Umfang dazu genutzt wird, den Standort unserer Stadt in die Zukunft hinein zu sichern. Wir erwarten von dieser Stelle Initiativen, um unsere Stadt und die Teilorte als Wohnplatz für Fachkräfte interessant zu machen, wir erwarten Initiativen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wir erwarten gute Zusammenarbeit mit unserer Industrie und den Gewerbetreibenden, um deren Bedürfnisse an die Stadtqualität zu erfassen, wir erwarten zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit unserer Hochschule, dem Kreis, den Nachbargemeinden und Nachbarstädten.

Und schließlich brauchen wir mehr Personal im Kindergartenbereich, nachdem in Kocherstetten eine weitere Gruppe eingerichtet werden soll. Auch in Personalgewinnung muss investiert werden und zunehmend werden vorübergehende Doppelbesetzungen gerade in diesem Bereich nötig, was insgesamt mit rund 270.000 zu veranschlagen ist.

Wenn wir der Tatsache gerecht werden wollen, dass unsere Stadt eine Fülle von Infrastruktureinrichtungen vorhalten muss, die für die Größe der Stadt ungewöhnlich sind, muss auch das Personal dafür eingestellt und bezahlt werden.

Zudem bleibt bei der Betrachtung der Ausgabensteigerungen beim Personal weitgehend unberücksichtigt, was die Stadt gerade im personellen Bereich an Zuschüssen und Zuteilungen von Land und Kreis erhält. Wir würden es deshalb sehr begrüßen, wenn dem Gemeinderat eine Gesamtdarstellung zu Personalausgaben und Erstattungen aus Land und Kreis und soweit gegeben Bund vorgelegt würde.

      1. Kindergarten

Eng gekoppelt mit den Personalausgaben sind die Ausgaben für die Arbeit mit und für unsere Kinder im Kindergartenbereich. Wir sind sehr dankbar und auch stolz, dass wir im vergangenen Jahr den Wegfall der Kindergartengebühren für Künzelsauer Kinder aller Altersstufen beschlossen haben. Der Haushaltsplan zeigt, dass rund 185.000 € dafür zusätzlich anfallen. Das ist gut eingesetztes Geld, das gerade den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt, die in besonderer Weise unsere Hilfe brauchen, unsere jungen Familien. Wenn wir’s schon nicht schaffen, für sie günstig bezahlbaren Wohnraum zu bieten, so können wir diesen am stärksten belasteten Haushalten damit finanziell doch etwas entgegenkommen. Und nachdem unsere Firmen alle unter dem Fachkräftemangel stöhnen, kann damit auch ihnen geholfen werden, indem die Frauen eher einem Beruf außerhalb der Familie nachgehen können. Unsere Stadt braucht solche Signale, um Bindungskraft für unsere Familien zu entwickeln und Zuzüge von außen zu gewinnen. Eine stärkere Beteiligung des Landes muss aber Ziel bleiben. Arbeit in den Kindergärten ist Bildungsarbeit und unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der Arbeit in den Schulen, für die das Land verfassungskonform die Personalkosten zu tragen hat.

      1. Sächlicher Verwaltungsaufwand

Die Mittel für sächlichen Verwaltungsaufwand im Verwaltungshaushalt vermindern sich um rund 1 Million, was weitgehend aufgefangen wird dadurch, dass nunmehr keine Mittel mehr eingesetzt werden für die Beseitigung der Unwetterschäden. Auf einige Veränderungen im Ausgabenbereich gehe ich näher ein:

Kritisch zu sehen ist aus unserer Sicht, dass im Einzelplan 6 die Mittel für Bauleitplanung (S. 176) von 150.000 € nunmehr wieder auf 65.000 € zurückgefahren werden. Wir kommen so nicht weiter und hängen ewig an den alten Bebauungsplänen fest mit der Wirkung, dass  nicht zeitgemäße fehlende Festsetzungen zu unguten Situationen führen, indem z.B. bestehende Grünflächen bei bebauten Grundstücken ohne Eingriffsmöglichkeit bedenkenlos versiegelt oder zugeschottert werden können. Wer in der Stadt mit offenen Augen unterwegs ist, kann Beispiele dafür finden.

Kritisch hinterfragt werden von verschiedenen Seiten die hohen Aufwendungen für die 2019 geplanten Veranstaltungen:
130.000 Euro fürs Stadtfest; 180.000 € für Mission Horizon, 130.000 für kulturelle Veranstaltungen, das sind schon Summen, die angesprochen werden müssen, auch wenn Sponsoring zur Finanzierung beiträgt. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Tatsache, dass beim Stadtfest Vereine und Organisationen, keine Standgebühren mehr bezahlen müssen. Ihr intensiver Einsatz, von dem das Stadtfest lebt, kann dadurch gewürdigt werden. Ob wir aber in die Zukunft hinein gesehen beim Stadtfest nicht mit einer oder zwei Musikgruppen weniger auskommen können, das muss bei der Preisentwicklung wohl überlegt werden.

Dass Alexander Gerst  mit seiner Mission ein wunderbarer Repräsentant unserer Stadt ist und viel zur Verbesserung unseres Bekanntheitswerts beigetragen hat, ist unbestritten. Deshalb stehen wir hinter dem finanziellen Einsatz für die Welcome-Party im Sommer dieses Jahres, gehen aber davon aus, dass 2020 nicht erneut in dieser Größenordnung eingestiegen werden muss. Gerade wenn wir aber der Botschaft unseres Ehrenbürgers ernst nehmen wollen, müssen wir uns auch Gedanken machen, wie wir dem gerecht werden wollen, wofür er steht. Wenn wir seine abschließenden Worte auf der ISS wirken lassen wollen, seine Botschaft an die Enkel, dann sollten gerade wir in Künzelsau, die wir uns gern mit seinem Namen schmücken, ein Zeichen setzen zur Umsetzung seiner Ziele, die auf den Schutz unserer Umwelt, unserer Heimat, unserer Erde gerichtet sind. Vielleicht können wir bei der Auswahl der Projekte, die im Rahmen des Bürgerbudgets verwirklicht werden sollen, in diese Richtung denken. Lasst uns ein bisschen kreativ sein, hier bei uns in seinem Sinne aktiv zu werden. Der Bau einer Sternwarte ist wohl nicht gerade das, was seinem Anliegen nun in besonderer Weise gerecht wird.

Bei der Sanierung von Gemeindestraßen stehen wir grundsätzlich hinter der Vorgehensweise, dass im Zusammenhang mit dringend erforderlichen Sanierungen im Abwasser- und Wasserversorgungsbereich der KÜNWERKE eine Prioritätenliste erstellt und systematisch abgearbeitet wird im Rahmen dessen, was haushaltstechnisch möglich ist. Deshalb begrüßen wir sehr, dass 2019 die Prioritäten neu gefasst werden. Wir legen großen Wert darauf, dass auch die Fußgänger zu ihrem Recht kommen und ich freue mich ganz persönlich, dass insbesondere auch die für Künzelsau so typischen Staffelwege in die Betrachtung mit einbezogen werden. So mancher Gehweg harrt seit langem auch der Sanierung.

    1. Zum Vermögenshaushalt

Im Vermögenshaushalt investieren wir mit einer Gesamtsumme von knapp 6 Millionen rund 3 Millionen weniger als im letzten Jahr. Wichtige Objekte können trotzdem mit diesen Mittel angegangen werden.

      1. Sporthalle

Dass die Sanierung der Sporthalle am Berg vollzogen wird, ist sicher richtig.  Der Sportbetrieb dort wird zunehmend zum Risiko. Eine Sanierung des Hallenbodens und der Sanitärräume ist dringend nötig.

      1. Straßen

Auch die Straßensanierungen finden unsere Zustimmung: Wir hoffen sehr, dass die Rösleinsbergstraße nunmehr gelingt, nachdem sie im letzten Jahr nicht verwirklicht werden konnte und die Sanierung der Straßen in Rodachshof und Siegelhof sind mehr als wünschenswert.

      1. Möblierung Rathaus

Für die Möblierung des Rathauses werden als erste Rate 100.000 € eingesetzt. Herr Bürgermeister, Sie haben in der Dezembersitzung erläutert, dass damit in einer ersten Phase Möbel im Verwaltungsbereich erneuert werden und dass weitere Raten folgen sollen. Keine Frage, die Beamten und Angestellten der Stadt haben Anspruch auf ordentliche Möbel. Wir bitten aber sehr, hier mit Augenmaß zu handeln. Nicht jeder Schreibtisch und Aktenschrank ist nach 40 Jahren in einem so jämmerlichen Zustand, dass er ersetzt werden muss und nicht jeder Angestellte will wohl einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Wir vertrauen auf bedachtes Vorgehen unter Einbeziehung der Angestellten und Beamten und freuen uns, wenn hier bei der Jahresrechnung ein Haushaltsrest stehen bleibt.

      1. Investitionen in Schulen

In der Sitzung vom 8. Januar wurden die Investitionen in den Schulen von mir  schon angesprochen. Jeder, der die Zeit kennt, in der es noch keine festen Schulbudgets gab, weiß, wie wertvoll und auch für die Verwaltung erleichternd die Einführung fester Budgets ist, weil nicht um jeden Stuhl, um jede Bohrmaschine, um jeden Schreibtisch mit der Verwaltung verhandelt werden muss, sondern die Schulen ihre Investitionsschwerpunkte weitgehend selbst bestimmen und durch Ansparung Mittel für größere Maßnahmen gewinnen können. Diese Freiheit zu erhalten, ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Tatsache, dass an den Schulen über Jahre hinweg diese Budgets sehr verantwortlich eingesetzt wurden und das Geld am Jahresende nicht einfach verbraten wurde, zeigt, dass diese Art der Finanzierung richtig ist. Deshalb appellieren wir an Schulleitungen und Verwaltung, dieses Instrument weiterhin zu pflegen und zu erhalten.

Die Investitionen, die im Vermögenshaushalt für eine ganze Reihe von Schulen vorgesehen sind, kratzen zum Teil nach unserer Einschätzung an diesem Budgetsystem. Wir sehen sehr wohl, dass es für kleine Schulen nicht einfach ist, aus dem Budget Ansparungen für größere Investitionen zu gewinnen. Und wir sehen auch, dass große Umbrüche in der didaktischen Landschaft Sonderinvestitionen nötig machen können. Gespräche mit Schulleitern haben mir gezeigt, dass von Seite der Schulen vor allem im Zusammenhang mit Ausgaben für den EDV-Bereich die Notwendigkeit solcher Sonderfinanzierungen gesehen wird, in finanziellen Größenordnungen, die im Haushalt 2019 nicht voll abgebildet sind. Deshalb erwarten wir dazu intensivere Informationen und Vorberatungen im Gemeinderat als in diesem Jahr. Grundsätzlich erwarten wir aber, dass bestehenden Ansparungen, die als Haushaltsreste geführt werden, zuerst abgebaut werden, ehe im Vermögenshaushalt Sondermittel eingesetzt sind.

      1. Kindergärten

Wir alle wissen, dass mit der Einführung der Gebührenfreiheit die Probleme im Bereich der Kindergärten nicht gelöst sind. Es geht darum, gute Qualität in der Kinderbetreuung und in der Arbeit mit unseren jüngsten Bürgern zu erhalten bzw. in manchen Bereichen auch erst zu erreichen. In den geplanten Investitionen zur Erweiterung des Kindergartens in der Leonardo Da Vinci Straße, den Mitteln zur Entwicklung einer Schulkonzeption mit dem Ziel, Umnutzungsmöglichkeiten für Kindergartenzwecke im Ganerbengymnasium und der Brüder Grimm Schule zu suchen, sehen wir richtige Ansätze, auf diesem Gebiet voranzukommen.

      1. Altes Rathaus

Die Baumaßnahmen im alten Rathaus sind voll im Gang. Wir konnten uns bei der Besichtigung heute Abend alle davon überzeugen, wie komplex und schwierig eine solche Maßnahme in einem alten Gebäude ist. Deshalb ist es dringend erforderlich, über die Ansätze im Vermögenhaushalt hinaus, in einer der nächsten Sitzungen über die Finanzierung zu beraten, wobei auch die Mittel aus Versicherungsleistungen für die Unwetterschäden, Spenden und weitere zu erwartende Zuschüsse einbezogen werden sollten.

      1. Friedhof

Dass nunmehr konkret daran gegangen wird, die Bestattungsmöglichkeiten auf dem städtischen Friedhof durch Baumgräber und neu gestaltete Grabfelder zu erweitern, begrüßen wir sehr. Viele unserer älteren Bürger warten darauf, dass auf dem Friedhof sich Möglichkeiten dieser Art finden; zum einen, weil sie ihre Grabstelle in der Stadtgesellschaft haben wollen. Die Alternative, ihre Urne in einen Friedwald einzubringen, ist für viele eine Notlösung, weil ein Besuch dort durch Entfernung und fehlende Anbindung mit dem Nahverkehr immer schwierig ist. Wertvolle Hilfe und kompetente Beratung bei Umsetzung der geplanten Maßnahmen bieten unsere Bestattungsunternehmen und vor allem unsere Steinmetze. Es ist mehr als wünschenswert, dass sie als Fachleute, die die örtlichen Gegebenheiten bestens kennen, mit einbezogen werden, genauso wie auch interessierte Bürgerinnen und Bürger an diesen Planungen beteiligt werden sollten.

  1. KÜNWERKE
      1. Wohnbaugesellschaft

Wir begrüßen sehr, dass mit der Satzungsänderung für die KÜNWerke nunmehr der Wohnungsbau als städtische Aufgabe aufgenommen wird, so dass auf diesem Wege die städtischen Gebäude, so hoffen wir, durch Sanierungsmaßnahmen so aufgewertet werden, dass sie zu bezahlbaren Bedingungen vermietet werden können.

      1. Baulanderschließungen

Die hohen Summen, immerhin 2019 rund 9 Millionen, die die Werke tragen, betrachten wir schon auch mit Bauchgrimmen. Möge es gut gehen und der Wohnungsmarkt und die Bauwut so anhalten, dass die Mittel zeitnah zurückfließen und nicht zum Dauerproblem werden. Mehr noch als in den vergangenen Jahren fordern wir, bei den Baulanderschließungen, verantwortlich mit unseren Landschaftsflächen umzugehen. Weder ökologisch noch sozialpolitisch ist es sinnvoll und zukunftsweisend, Baugebiete vorwiegend auf Einfamilienhäuser auszurichten. Verdichteter Wohnungsbau muss auch in den Teilorten gefordert werden

      1. Abwasserbeseitigung

Die intensiven Vorbereitungen zur Umsetzung der Abwasserkonzeption mit dem Ziel, weitgehend alle Teilorte an unser Klärsystem anzuschließen bzw. die Abwassersysteme zu sanieren, werden nun endlich in der Praxis angegangen. Siegelhof und Rodachshof sollen 2019 verwirklicht werden. Wir stehen voll hinter dieser Vorgehensweise und hoffen, dass es Zug um Zug in den nächsten Jahren gelingt, hier all die andern Problemfälle zu lösen. Alfred Werner hat ja mit seinem Statement in der Sitzung letzte Woche gezeigt, wie groß der Verwirklichungsdruck auch in den andern Ortsteilen ist. Dass auch im innerstädtischen Bereich mit Rösleinsbergstraße und Hölderlinstraße an die Sanierung herangegangen wird, ist richtig. Zu hoffen bleibt, dass mittelfristig durch diese Maßnahmen auch fortwährende Reparatureinsätze am Abwassersystem zurückgehen. Inwieweit all diese Maßnahmen Auswirkungen auf die Gestaltung der Abwassergebühren und auf den Wasserzins haben, wird sich zeigen. Aber auch hier sind wir gut aufgestellt durch konsequente ausgabendeckende Gebührenanpassungen.

    1. Verkehrsbetriebe

360.000 Euro Abmangel im Wirtschaftsplan für 2019 zeigen in aller Deutlichkeit, wie drängend eine Umgestaltung unserer Verkehrsbetriebe ist. Wir müssen hier vorankommen und wir sind überzeugt, durch ein attraktives Tarifsystem könnten wir hier noch einiges bewegen. Wenn es gelingt, zu vertretbaren Bedingungen unsere Standseilbahn in den NVH zu integrieren, könnte die Attraktivität deutlich erhöht werden. Wenn aber nicht, müssen wir selbst ein Tarifsystem entwickeln, das so überzeugend ist, dass nicht nur die Taläckerbewohner die Standseilbahn als Hauptverkehrsmittel nutzen, sondern auch die Bewohner unten in der Stadt. In der Klausur haben wir intensiv auch über den Citybus gesprochen. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit eines Ruf-Taxi-Bussystems angedacht. Nicht nur der hohe Abmangel zwingt zum Handeln, mehr noch die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen in der Stadt und in den Teilorten. Die Bedienung durch den NVH reicht einfach nicht aus, um auch nur annähernd eine bedarfsgerechte ÖPNV-Nutzung zu ermöglichen.

    1. Dank

Abschließend danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwal­tung, die bei der Erstellung der Pläne mitgearbeitet haben. Unser Dank gilt Ihnen, Herr Neumann, Herr Angelmaier und Herr Walter, für die Erläuterungen zum Zahlenwerks und Ihnen Herr Voit und Frau Class für Hintergrundinformationen, die uns nicht zur Verfügung standen. Wir danken den Beschäftigten in den Werken. Mit Ihnen allen wünschen wir uns eine gute Zusammenarbeit.

Wir, die SPD- Stadträte, werden dem Haushaltsplan der Stadt und dem Wirt­schafts­plan der KÜNWerke zustimmen.

  1. Krankenhaus

Erlauben Sie mir zum Schluss noch eine kurze Anmerkung zur Situation um das Künzelsauer Krankenhaus:

In den Entwürfen und Zielsetzungen zur Gesundheitsversorgung in und um Künzelsau, wie sie von der BBT-Gruppe und dem Landrat vorgestellt wurden, sehen wir sinnvolle Ansätze zu einer gelingenden Versorgung, wenn sie sich so umsetzen lassen, wie uns das gesagt wurde. Einen gleichwertigen Ersatz für die stationäre Unterbringung im Krankenhaus erhalten wir aber nicht. Das Medizinische Versorgungszentrum mit der angestrebten Ausstattung an Haus- und Fachärzten, die Schaffung einer Praxis mit ganzheitlicher medizinischer Ausrichtung sehen wir positiv. Wichtigste Voraussetzung aus unserer Sicht ist aber eine hervorragende Ausstattung des Rettungsdienstes und Notarztsystems, die gewährleisten, dass Notfälle schnelle und wirksame Hilfe finden. Wir hoffen für das Jahr 2019, dass die Zeit der Geheimniskrämerei endet und transparent mit breiter und klarer Information der Einwohner eine neue und offene Zusammenarbeit mit allen Beteiligten gefunden wird. Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen werden.

 

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