Betreuungsgeld schafft falsche Anreize

Veröffentlicht am 04.08.2014 in Bundespolitik

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) Baden-Württemberg sieht sich in ihrer ablehnenden Haltung zum Betreuungsgeld bestätigt“, kommentierte die ASF-Landesvorsitzende Anette Sorg eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte das Betreuungsgeld auf Drängen der CSU gegen großen Widerstand vor einem Jahr beschlossen. Es wird für Kinder zwischen dem 15. Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr gezahlt, ab 1. August erhöht es sich von bisher 100 auf dann 150 Euro monatlich.

Endlich ist nun auch wissenschaftlich belegt, dass das Betreuungsgeld falsche Anreize schafft“, betont Anette Sorg. Insbesondere Migrantenfamilien und bildungsferne Eltern entscheiden sich der Studie zufolge mehrheitlich für die Geldleistung, anstatt ihre Kinder in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreuen zu lassen. Während von den Eltern ohne Berufsausbildung oder mit Hauptschulabschluss 54 Prozent das Betreuungsgeld als Grund nannten, warum sie ihre Kinder nicht in die Kita schicken, waren es bei Akademiker-Familien gerade mal 8 Prozent. „Damit werden ausgerechnet die Kinder von frühkindlicher Bildung und Sprachförderung abgehalten, die diese am dringendsten benötigen“, so Sorg weiter. Die Bildungsungerechtigkeit erhöhe sich damit weiter.

Die SPD-Frauen würden das Betreuungsgeld lieber heute als morgen abschaffen und dafür den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen fördern. Möglicherweise seien die Tage des Betreuungsgeldes aber auch bereits gezählt, da diesbezüglich eine Klage beim Bundesverfassungsgericht anhängig sei. Eine moderne Familienpolitik müsse Anreize schaffen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf partnerschaftlich zu organisieren, anstatt ein antiquiertes Familienbild – Mann arbeitet, Frau erzieht die Kinder - zu zementieren.

 

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